Dienstag, 13. Dezember 2005

Overland Track

Wir habens hinter uns. Wir sind zurueck in der Zivilisation und sind um einige Erfahrungen in unserer noch jungen Wanderer-Karriere reicher.
Um das Erlebnis mit einem Wort zusammenzufassen, muesste man "Klamm" ins Extrem fuehren. Aber schoen der Reihe nach.
Unsere Nacht vor Aufbruch am Cradle Mt. Visitor-Centre liess uns nichts gutes hoffen. Denn es hat geregnet und war recht kalt. Aber wir waren guter Dinge, denn wir hatten uns ja vorbereitet.
Der Morgen des Aufbruchs war da schon vielversprechender; der Regen hatte aufgehoert und der Himmel war blau mit einigen Wolken. Dann kam auch schon das schwerste Stueck der Wanderung, da haben wir von der Kaelte noch nicht viel mitbekommen. Doch bereits nach 2h auf dem Weg kam der erste Schauer. Der konnte uns in der Ausruestung (Ich kann's nicht oft genug sagen) aber nichts anhaben. Zum Glueck gab Petrus dann wieder Ruhe und wir konnten Cradle Mt. besteigen. Anschliessend machten wir uns auf den Weg zur ersten Huette, es waren noch 10km. Von da an hat es konstant geregnet, und als wir endlich angekommen waren hatten wir doch schon feuchte Fuesse und die Feuchtigkeit kroch langsam in unsere Regenhuellen und unter die Regenhosen und Regenmaentel. Leider hatten wir keine Ersatzschuhe mitgebracht, daher mussten wir in der Huette mit Socken oder aber Barfuss umherlaufen. Der Wind bliess inzwischen kraeftig (und er hatte uns auch schon z.T. vom Weg abgeblasen) und eiskalt. Die Nacht war in Ordnung, ich habe etwas gefrohren aber es hielt sich in Grenzen. Am naechsten Tag wurde der Weg eine Zumutung. Wir mussten zum Teil durch ueber knoechelhohe "Fluesse" waten um an unser Ziel, eine Huette 23km entfernt, zu gelangen. Der Regen tat ein uebriges und wir waren wirklich durchnaesst am Abend. Die Schuhe trieften nur so, das fand ich wirklich nicht lustig.
To be continued...
(Das INet Cafe schliesst jetzt leider.)

OK, weiter geht's!
Es war dann aber nicht nur so, dass alles nass war, sondern eben auch sehr kalt (so 5degC). Das mag euch warm erscheinen, aber wenn es in der Huette auch so ist und man Barfuss ist und nur eine kurze Hose und ein T-Shirt anhat (weil das als einziges noch trocken war), ja dann empfindet man es nicht als sehr angenehm. Das warme Abendessen ist dann immerhin eine wahre Wohltat. Auch in dieser Nacht habe ich gefrohren - trotz zweier Schlafsaecke, T-Shirt, zwei Longsleeves (die dann wieder getrocknet waren am Ofen), zwei Paar Socken und Muetze!!! Das Aufstehen fiel mir daher nicht wirklich schwer, nur das Weiterwandern mit den nassen Schuhen macht von anfang an kein Spass mehr. Das ist auch wirklich schade, da wir durch eine an sich faszinierende Landschaft spazieren. Aber man freut sich eben nur auf die naechste Huette, wo man etwas Trockenheit erwarten kann. Der Weg war inzwischen auch so aufgeschwemmt, dass man sich nicht erlauben konnte die Gegend anzuschauen. Die naechsten zwei Tage haben wir dann nur relativ kurze Distanzen zurueckgelegt (3h bzw. 5h Laufzeit).
Allerdings kann man sagen, dass wir noch gut dran waren. Man mag es kaum glauben, aber es waren auch zwei Schulklassen unterwegs. Und da die Huetten so klein sind, muessen groessere Gruppen zwingend ZELTEN!! In einer guten Geminschaft ertraegt man natuerlich extreme Situationen viel besser, aber ich habe trotzdem Respekt vor den Schuelern (auch wenn sie immer in der Huette gegessen haben und dabei unverschaemt laut waren...).
Dann, endlich, nach 4 Tagen Dauerregen klart der Himmel ueber nacht auf und wir haben Sonnenschein! Es war dann wirklich etwas anderes, es hat wieder Spass gemacht zu laufen (trotz noch immer nasser Schuhe). Die letzte Nacht haben wir dann in einer sehr kleinen Huette mit noch zwei anderen Wanderern verbracht, das war recht gemuetlich und ein schoener Ausklang dieser eher unerfreulichen Erfahrung.
Als wir dann in den Bus nach Hobart gestiegen sind, waren wir aber trotz des nun guten Wetters froh es hinter uns zu haben. Denn unsere Koerper waren schon recht ausgepowert. In Hobart haben wir uns dann erstmal einen schoenen Abend gemacht mit etwas Alkohol und eier richtg guten Pizza.
Das war also die ruhmreiche Wanderung. Nun werden wir noch bis naechsten Montag auf Tasmanien sein, morgen geht's zu Fabrikbesichtigung bei Cadbury - dem groessten Schokoladenhersteller Australiens.

OK, soviel dazu. Bis bald, Marcel.

gis ist DU

...und booty ist auch dabei.

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